KaLIEDoskop zum Ersten

von Katharina Berger

 

Am Samstag, dem 3.September 2022 durften wir in der Alten Oele die Première des Formates «KaLIEDoskop» erleben. Es entstand auf Initiative von Hansueli von Allmen und wurde möglich durch den Support des Vereins ViVAT und dem grossen Engagement der Leute von der Alten Oele.

 

Wie immer, wenn eine Veranstaltung neu ist und sich erst etablieren muss, war der Publikumsaufmarsch noch nicht so gross – der Anlass aber war es. Die acht Acts fügten sich zu einem reichen Programm, das einen schönen Einblick in die Vielfalt bot, welche die Lieder-Lobby ausmacht.

 

Heiner Hitz führte mit einer unterhaltsamen Geschichte durch den Abend, so dass jede Moderation zu einer Fortsetzung und jeder Auftritt auch zu einem Cliffhänger wurde. Durch seine ruhige, aber fesselnde Erzählweise wurden die doch recht häufigen Umbaupausen spielend überbrückt,  der Techniker auf der Bühne vom Publikum fast völlig übersehen.

 

Rolf Marti und Adrian Baumgartner eröffneten mit «Zwöierlei» den Abend, mit ihrem typischen kurzweiligen Gstürm auf der Bühne, ihren klassischen Berner Chansons und einer atemlosen Hommage an Mani Matter und seine «Dame vo de Harem…» angereichert mit zusätzlichen Strophen in Doubletime.

 

Es folgte der Auftritt von Christoph Bürgin. Eingebettet in kernige Gitarrenriffs erzählte er uns vom Leben in der Kleinstadt und davon, dass es eigentlich keinen Grund für Fernweh mehr gäbe.

 

PASDICI schlugen mit Andreas Ortwein am Piano und Regula Borns Stimme einen weiten Bogen vom Tratsch in der Käserei in die Welt der französischen Chansons – Frisur- und Kostümwechsel inklusive.

 

 

 

Pidu und ich machten den Abschluss des ersten Blocks. Roland Horstmanns leichtfüssige Gitarre und Pidu Zauggs Texte, die mit wenigen Zeilen ganze Welten eröffnen, entliessen uns nachdenklich, aber auch hoffnungsvoll in die Pause.

 

 

 

Das TRIO SENZA PAROLE eröffnete den zweiten Block mit einem musikalisch reichem, aber durchaus nicht wortlosen Beitrag. Durch eine kleine technische Panne kam das Publikum in den Genuss von einigen Hintergrundinformationen zu den Songs und dem Trio, bestehend aus Annalisa Spagnoli, Luigi Fossati und Eveline Eichenberger.

 

Klaus Estermann unterhielt uns mit seinem stoischen Schalk. Einmal mehr hat er uns bewiesen, dass es kein Thema gibt, das es nicht wert wäre, verdichtet und besungen zu werden – weder Zürich noch das Wetter und erst recht nicht Kommoden.

 

Roland Jermanns leise Lieder erzählten die Geschichten von Menschen, die eher etwas abseits stehen, von der kontaktscheuen Frau, für die der Lockdown eine Erlösung war oder vom hochmotivierten Angestellten, der ausgebrannt in der Klinik landet.

 

 

Den Abschluss machte Burger im Duo, mit seinen sehr lyrischen Americana-Songs. Begleitet von zwei Gitarren nahm er uns mit in die Berge, an den geheimen Ort, wo die Wünsche wachsen und einfach unter einen Himmel voller Wolken, wo es genauso viel zu sehen gibt.

 

Es war nicht nur jeder Auftritt eine kleine Perle – der ganze Abend rundete sich perfekt zu einem Ganzen. Durch die kompetenten Techniker kam nie Hektik auf. Keiner der Acts versuchte zu dominieren. Jedes einzelne Lied genug Platz und Raum, um gehört zu werden und nachzuwirken. Die Rahmengeschichte hielt alles zusammen. Und am Schluss freuten sich alle Auftretenden gemeinsam auf der Bühne über das gelungene Liederfest.

Fotos: Marcel Maci / Katharina Berger

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