Château Chanson 2025 – viele Sprachen, eine Leidenschaft

Am 25. Oktober 2025 ging die 11. Ausgabe des bekannten und beliebten Château Chanson über die Bühne. Einmal mehr gab sich ein bunter Reigen an Künstlerinnen und Künstlern vor ausverkauften Rängen die Ehre. Sie kamen aus verschiedenen Teilen des Landes und konnten damit teilweise auch konträre musikalische Herkünfte vorweisen, doch sie alle vereinte eine grosse Leidenschaft für die Musik und das gesungene Wort. Damit verstanden sie es mühelos, das Publikum vom ersten bis zum letzten Ton zu verzaubern.

Vor und nach den einzelnen Darbietungen führte Ruedi Stuber gekonnt und pointiert durch den Abend. Er hielt die Besucherinnen und Besucher mit gewitzten Bonmots bei Laune und konnte durch seine persönlichen und wohlüberlegt-wertschätzenden Ansagen die Vorfreude auf die einzelnen Acts jeweils fast bis ins Unermessliche steigern.

Markus Rüeger & Green Trees

Den Anfang machten Markus Rüeger und seine famose Begleitband Green Trees. Sie griffen mit einer gehörigen Portion Energie in ihre Instrumente und nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch die ganze Welt, wobei sie  keine Zweifel daran aufkommen liessen, dass ihnen das Schicksal unserer Erde sehr am Herzen liegt. Mit geschliffenen Texten und kraftvollen Tönen rissen sie die Zuschauerinnen und Zuschauer mit und animierten sie zum begeisterten Mitsingen und -klatschen.

Nicolas Michel

Passend zum frankophonen Namen der beliebten Veranstaltung folgte nun eine Darbietung in der Muttersprache des Chansons. Dabei handelte es sich um Werke von niemand Geringerem als dem unvergessenen Mani Matter. Nicolas Michel übersetzte die Matter’schen Kleinode in die französische Sprache, fand dabei kreative eigene Entsprechungen und trug diese fröhlich und unbefangen am Keyboard vor.

Strub/Mäder

Die umtriebigen Herren Roger Strub und Chris Mäder, beide bereits im reiferen Alter, boten ein Feuerwerk an poetischen Liebesliedern, die alle Seiten dieses ewigen Themas ausgiebig beleuchteten. Mit vollem Einsatz widmeten sie sich – mal laut, mal leise – den ganz grossen Gefühlen. Nach dieser geballten Ladung Emotionen war dann erst mal eine Pause fällig, in welcher sich das Publikum dem Abendessen widmen konnte.

Burger

Nach dem kulinarischen Teil ging es mit Volldampf weiter. Samuel Burger und sein Begleitgitarrist Alex von Kiparski räumten gleich zu Beginn ihres Auftritts eventuell auftretende Missverständnisse vom Tisch, indem sie trefflich klarstellten, dass nun nicht etwa musikalisches Fastfood zu erwarten sei. Und sie hielten Wort: Es standen einige vortreffliche Müsterchen aus der schon einige Jahre andauernden Karriere von Burger auf der Speisekarte. Damit wurde vollwertige Musik mit berührenden Texten serviert, ein Menü, welches vom Publikum sichtlich genossen wurde.

Nick Spalinger

Dann war wieder ein Solokünstler an der Reihe. Nick Spalinger brachte seine Chansons mit einer ansteckenden Energie und einer gehörigen Portion Augenzwinkern und Selbstironie auf die Bühne. Seine teils frechen, teils überraschenden Texte trug er gekonnt zur Gitarre und zur Mundharmonika vor und erntete damit viele herzliche Lacher. Während seines Tour de chants war er ständig in Bewegung und konnte so die gesamte Bühnenfläche für sich nutzen.

Martina Linn

Als perfekte Abrundung des Programms durften wir die junge, aufstrebende Künstlerin Martina Linn erleben. Mit elektrischer und akustischer Gitarre entführte sie das Publikum in verschiedene Welten, sang nicht nur in wunderschönem Bündner Dialekt, sondern auch in ebenso gerne gehörtem Rätoromanisch und verzauberte alle Anwesenden mit ihrer natürlichen und gewinnenden Art. Als einzige weibliche Vertreterin der Liedermacherzunft an diesem Abend wurde ihr zum Schluss die Ehre zuteil, eine Dreingabe anhängen zu dürfen, was sie dann auch mit grosser Freude tat. Das Publikum hätte ihr noch lange zuhören können.

Mit einem grossen Gefühl von Erfüllung und Dankbarkeit verliess man seelisch und kulinarisch wohlgenährt das Schloss Waldegg. Wahrscheinlich ist das Datum für die nächste Ausgabe – der 31. Oktober 2026 – bereits in sämtlichen Agenden angestrichen und mit entsprechendem Eintrag in Grossbuchstaben versehen worden. Damit wird das Château Chanson zum ersten Mal auf Halloween fallen – wir freuen uns schon jetzt auf die schaurig-schöne 12. Ausgabe im nächsten Jahr!

Bericht: Rafael Nyffenegger

Fotos: stammen direkt von der Website des Château Chanson und wurden freundlicherweise durch Ruedi Stuber zur Verfügung gestellt

 

Nächste Termine