KaLIEDoskop 2025 – Ein bunter Strauss an Melodien und Geschichten

Vor genau vier Wochen, am 6. September 2025, fand in der gut besuchten Alten Oele in Thun die 4. Ausgabe des KaLIEDoskops statt. Wie gewohnt führte Heiner Hitz die Zuschauerinnen und Zuschauer in gekonnter Manier durch den Abend. Er umrahmte die künstlerischen Beiträge durch eine kurzweilige Geschichte in mehreren kleinen Episoden und konnte dem Publikum die einzelnen Acts auf liebenswürdige Art und Weise näherbringen.

Den musikalischen Startschuss gab Badour, dessen Lieder sowohl vom Chanson als auch vom Hip-Hop geprägt sind. Er instruierte die Anwesenden gleich zu Beginn darüber, dass die meisten Hip-Hop-Songs inhaltlich von «Bitches und Chärre» handeln würden und dass er hierzu auch das passende Lied mitgebracht habe. Eines der neueren Werke, die er im Gepäck hatte, erzählte hingegen von den vielen Stolperfallen, die so manchem Schweizer im Weg stehen, wenn er versucht, ein korrektes Hochdeutsch zu sprechen.

Danach war Papa Hamster an der Reihe. Er schlug sowohl melancholische als auch beschwingte Töne an. Die tierischen und menschlichen Protagonisten seiner Geschichten bestanden u.a. aus Trunkenbolden, Rennpferden und natürlich aus Hamstern. Dabei schwärmte er nicht nur von seinen Berner Vorbildern, sondern erwies auch dem Zürcher «Rotstiftler» Jürg Randegger seinen Tribut mit einer eigenen Version von dessen Lied «Ballöön».

Zum fulminanten Abschluss des ersten Teils griff Esther Hasler in die Tasten und verzauberte das Publikum mit ihrer mitreissenden Energie und mit Melodien, die mal impulsiv und laut und dann wieder verträumt und leise daherkamen. Die virtuose Musikkabarettistin stellte damit einen Ausschnitt aus ihrem aktuellen Programm «7 auf einen Streich» vor und schlüpfte auch abseits des Klaviers innert kürzester Zeit in verschiedene Rollen.

Nach der Pause sorgte der wohlbekannte Ruedi Stuber, einer der letzten Grandseigneurs des Mundartchansons, für ein Troubadour-Erlebnis der alten Schule. Zu Beginn seines Tour de chants stellte er ein brandneues Lied vor, welches davon handelte, wie sehr die Welt aus den Fugen geraten ist. Anschliessend folgten Chansons aus seinem zuletzt erschienenen Album «Hermine», darunter natürlich auch der berührende Titelsong, sowie eine seiner zahlreichen Übersetzungen des Waadtländer Chansonniers Michel Bühler.

Auch bei Christoph Hauser gab es Älteres und Neueres zu hören. In markantem Zürcher Dialekt präsentierte er herrlich unaufgeregt einen Ausschnitt seines aktuellen Programms «Eifach nomoll Hü». Darunter war z.B. ein Liebeslied, welches der kalten Jahreszeit viel Herzenswärme verleiht, sowie weitere wunderschöne Balladen aus der eigenen und aus fremden Federn. Mühelos machte er sich dabei u.a. auch ein Lied von Bob Dylan zu eigen und verlieh ihm dabei eine ganz persönliche Note.

Den würdigen Schlusspunkt des Abends setzte Trummer. Er brachte uns neue Songs und altbewährte Inhalte näher. Das Thema Heimat zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk und er versteht es dabei wie kaum ein anderer, seine Lieder ebenfalls zu einer Art Heimat für das Publikum werden zu lassen. In seine verträumten Melodien kann man sich regelrecht einnisten und so fühlte man sich auch an diesem Abend direkt an die besungenen Orte versetzt. Er bot damit einen exzellenten Vorgeschmack auf sein neuestes Album «Ir Brandig», welches nun in der Zwischenzeit erschienen ist.

Zum Schluss bat Heiner Hitz alle, die mitgewirkt hatten, nochmals auf die Bühne. Mit einer gemeinsamen Verbeugung bedankten sich die Künstlerinnen und Künstler beim interessierten und aufmerksamen Publikum. Wieder einmal durfte ein bunter Strauss an Melodien und Texten gepflückt werden – wir sind schon jetzt gespannt auf das nächste KaLIEDoskop im 2026!

Bericht: Rafael Nyffenegger alias Papa Hamster
Fotos: Katharina Berger